Review

BMW iX3 im Test: Perfekter Mix aus Gegenwart und Zukunft

SUV-Interessierten dürfte der BMW iX3 bekannt vorkommen, schließlich erinnert vieles an die Modellbrüder ohne i im Namen. Der größte Unterschied ist der Antrieb: Im iX3 bist Du rein elektrisch unterwegs – und das im unaufgeregt klassischen Gewand. Perfekt für all jene, denen aktuelle E-Auto-Designs etwas zu gewagt sind. Wir haben das E-SUV im Alltag getestet

Lesedauer

7 min

Datum

25.04.2022

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Das E-SUV für alle, die kein E-SUV wollen

Auf den ersten Blick steht da ein BMW X3 – ganz gleich, ob als Verbrenner, Plug-in-Hybrid oder Stromer. Erst bei genauerer Betrachtung fallen bei der E-Variante kleine Unterschiede auf. Blaue Farbakzente, aerodynamische, geschlossene Räder und die „i“-Plakette am vorderen Radhaus sind erste Indizien dafür, dass dieses SUV emissionsfrei unterwegs ist. Anders als sein neuer großer elektrischer Bruder iX, schreit der BMW iX3 seine Gene nicht mit einem futuristisch anmutenden Design in die Welt. Stattdessen lüftet er das Antriebs-Geheimnis erst auf Nachfrage und dürfte gerade deshalb bei vielen E-Auto-Neulingen optisch punkten. Getreu dem Motto: E-Mobilität muss nicht immer als solche sofort zu erkennen sein und auffallen. Vielmehr gehört sie mittlerweile einfach dazu – und streift das Exoten-Image ab. Fans des Münchner Autobauers und Traditionalisten wird außerdem freuen, dass BMW beim iX3 auch die Form der klassischen Niere, des markentypischen Kühlergrills, beibehält. Beim E-SUV ist der aber natürlich geschlossen, denn: gekühlt werden muss hier kein Motor unter der Haube.


Die Ähnlichkeit zu den Modellbrüdern ohne i im Namen wird auch bei den Abmessungen deutlich: Der BMW iX3 ist 4,73 Meter lang, 1,89 Meter breit und 1,67 Meter hoch. Damit unterscheidet sich das E-SUV nicht merklich von den X3-Varianten, was besonders mit Blick auf die Höhenangabe erstaunt. Schließlich sitzen die Akkus bei E-Autos im Unterboden und sorgen meist dafür, dass das Fahrzeug in die Höhe wächst – nicht so beim iX3. Ein großes Plus der Akku-Architektur ist zudem, dass der Schwerpunkt um 7,5 Zentimeter sinkt und das E-SUV somit satter auf der Straße liegt. Allerdings wiegt der BMW iX3 auch mehr als seine Verbrenner-Kollegen. Stolze 2,2 Tonnen muss der 286 PS starke E-Motor über die Hinterräder nach vorne schieben.

Einige Design-Highlights

Erkennst Du den Unterschied?
Erkennst Du den Unterschied?

Aerodynamische Räder, die geschlossene Niere und die "i"-Plakette sind erste Indizien dafür, dass der BMW iX3 emissionsfrei unterwegs ist.

Elektrische Farbakzente
Elektrische Farbakzente

Blau steht im BMW-Kosmos für den Elektroantrieb. So ist unter anderem das Logo auf der Fronthaube des iX3 farblich umrandet.

Digitales Cockpit
Digitales Cockpit

Die digitale Instrumententafel hinter dem Steuer misst 12,3 Zoll – genauso wie der Touchscreen in der Mitte.

Sportsitze aus Leder
Sportsitze aus Leder

Die Serienausstattung des BMW iX3 ist äußerst umfangreich. So gibt es auch Sportsitze ohne Aufpreis dazu.

Über 400 Kilometer Reichweite auf dem Prüfstand

Einer der wichtigsten Punkte bei einem E-Auto ist sicherlich die Reichweite. Laut Herstellerangabe soll der BMW iX3 unter Idealbedingungen bis zu 461 Kilometer weit kommen. Verantwortlich dafür ist die 80 kWh große Batterie. Erfreulich im Hinblick auf den Nachhaltigkeitsaspekt: Beim neuen überarbeiteten BMW iX3 verzichten die Münchner bei der E-Maschine auf den Einsatz seltener Erden. Zusätzlich sei laut BMW der Kobalt-Anteil im Akku um zwei Drittel gesunken. Im Test haben wir die 461 Kilometer nicht ganz geschafft, nach etwa 410 Test-Kilometern über die Autobahn, die Landstraße und in der Stadt mussten wir die Ladesäule ansteuern. Ein für ein so großes SUV sehr guter Wert! Für ein realistisches Testergebnis waren wir in allen drei Fahrmodi unterwegs: Sport, Comfort und Eco Pro. Letzterer ist auf maximale Reichweite ausgelegt, schaltet Komfort-Funktionen wie die Klimaanlage aus und macht sich vor allem dann bezahlt, wenn Du merkst, dass die nächste Ladesäule doch weiter entfernt ist als gedacht.


Apropos laden: An normalen 11-kW-Ladesäulen mit Wechselstrom dauert es rund siebeneinhalb Stunden, bis der Akku vollgeladen ist. Wir haben uns auf unserer Probefahrt aber eine Schnellladesäule in Autobahn-Nähe gesucht. Nach der halbstündigen Kaffee-Pause war der Akku zu 81 Prozent aufgeladen. Laut BMW lässt sich Strom für 100 Kilometer sogar in nur zehn Minuten in die Akkus pressen. Viel kürzer würde wohl auch ein Tankstopp mit Toilettenbesuch nicht dauern.

Verbrauch und Beschleunigung

Und der Verbrauch? BMW gibt offiziell 18,5 bis 18,9 kWh auf 100 Kilometer an – womit der iX3 seine Konkurrenten von Mercedes, Audi oder auch Jaguar deutlich abhängen würde. In der Praxis ist es dann doch mehr, wenn auch nur ein wenig. Im FINN Test verbrauchte das E-SUV exakt 21,7 kWh pro 100 Kilometer – inklusive Topspeed-Check auf der Autobahn. Übrigens: Auch hier stimmt die Werksangabe nicht ganz. 180 km/h stehen auf dem Datenblatt, unser Tacho zeigte sogar 189 km/h an. Flott kommt der BMW iX3 aber auch aus dem Stand in Schwung. In 6,8 Sekunden sprintet der Zweitonner auf 100 km/h. Zum Vergleich: Damit ist das E-SUV sogar schneller als das wesentlich leichtere 187 PS starke BMW 2er Coupé.

Komfort und technische Raffinesse im Innenraum

Wovon anhand der nahezu identischen Außenmaße bereits auszugehen war: Im Innenraum bietet der BMW iX3 ein vergleichbares Platzangebot wie die seine Benzin-, Diesel- und PHEV-Brüder. Sogar das Kofferraumvolumen kann trotz E-Motor und Akku-Architektur mithalten: 510 Liter sind es, wenn Passagiere im Fond Platz nehmen, 1.560 Liter bei umgeklappter hinterer Sitzreihe. Wie es sich für ein SUV gehört, sind Urlaube oder Familieneinkäufe damit überhaupt kein Problem.


BMW-typisch besticht der Innenraum mit bester Verarbeitungsqualität – jede Ziernaht ist da wo sie hingehört, jeder Schalter oder Knopf erfüllt einen Zweck. Was hier ebenfalls auffällt, sind die blauen Akzente, die im Kosmos des Münchner Autobauers den Elektrofahrzeugen vorbehalten sind. Start-Stopp-Knopf, der Wählhebel sowie das Markenemblem auf dem Lenkrad sind eingefärbt. In der Mitte thront ein 12,3 Zoll großer Touchscreen, über den zahlreiche Einstellungen vorgenommen werden können. Natürlich kannst Du auch Dein Smartphone koppeln, Android Auto und Apple CarPlay sind ebenfalls mit an Bord. Möchtest Du nicht durch das Menü navigieren, kannst Du mit den einleitenden Zauberworten „Hey BMW“ auch einfach mit dem Wagen sprechen. Die digitale Instrumententafel hinter dem Steuer misst ebenfalls 12,3 Zoll. Serienmäßig verfügt der BMW iX3 bereits über ein Panorama-Glasdach, Sportsitze und ein Adaptiv-Fahrwerk mit elektrisch geregelten Dämpfern für noch mehr Komfort. Bei FINN bekommst Du im Abo sogar die Ausstattungsvariante „Impressive“, die neben einem Head-up-Display und einem erstklassigen Surround-Sound-System von Harman Kardon natürlich auch allerlei Assistenzsysteme umfasst. So hat BMW beispielsweise an eine Einparkhilfe mit Rückfahrkamera, einen Spurhalteassistent und akustischen Fußgängerschutz gedacht.

BMW iX3

Smart, smarter, BMW iX3

Mitdenken kann aber auch der Wagen selbst – so zum Beispiel bei der Rekuperation, also der für E-Autos typischen Rückgewinnung von Energie, wenn Du den Fuß vom Gas nimmst. Beim BMW iX3 lässt sich die in vier Stufen einstellen: hoch, mittel, niedrig – und adaptiv. Meint: Der Stromer erkennt, ob er sich im Stadtverkehr oder auf der Autobahn befindet und passt den Grad der Rekuperation automatisch an. In der Stadt bremst der iX3 so schneller und härter ab, auf längeren Strecken mit konstanter Geschwindigkeit schaltet er in den „Segelmodus“ und gleitet dahin. Ein Wechsel zwischen den unterschiedlichen Rekuperationsstufen ist manuell nicht nötig. Möchtest Du trotzdem selbst Hand anlegen, kannst Du das natürlich tun – am besten, indem Du den Schalthebel auf B stellst, was einer hohen Rekuperation entspricht. Das macht vor allem dann Spaß, wenn Du auf Passstraßen unterwegs bist: Nur mit dem Gaspedal kannst Du den Wagen um die Kurven jagen, das Bremsen am Scheitelpunkt überlässt Du dem Auto. Ein sehr spaßiges Vergnügen! Unter Freunden ließe sich daraus fast ein Wettkampf machen. Wer bremst weniger? Oder: Wer hat mehr Feingefühl im Fuß? Denn genau das braucht es – gerade zu Beginn, um reinzufinden.


Im Zusammenspiel mit der adaptiven Geschwindigkeitsregelung des BMW iX3 helfen die Navigationsdaten und Sensoren der Fahrerassistenzsysteme entscheidend mit, gut mit der Energie zu wirtschaften. So passt das E-SUV seine Geschwindigkeit ideal an, wenn es sich einer Kreuzung, Abschnitten mit Tempolimit oder engen Kurven nähert. Und wo wir gerade beim Navigationssystem sind: Gibst Du Ziele ein, die außerhalb der verbleibenden Reichweite liegen, schlägt der BMW iX3 automatisch Zwischenziele vor, an denen Du – vorzugsweise schnell – aufladen kannst. Sollte eine Station belegt sein, erhältst Du 20 Minuten vor Ankunft eine Information und das System berechnet neu. Noch besser: Verwendest Du die „My BMW“-App kannst Du Navidaten bereits vorab an das Auto schicken und musst Dich nur noch anschnallen.

Der BMW iX3 im FINN Auto Abo

Mit dem BMW iX3 bekommst Du ein E-SUV, das nicht wie ein solches aussieht und alle bekannten Vorteile der X3-Serie bietet. Heißt: Komfort, Sicherheit, Platz. Die Alltagstauglichkeit kommt dank über 400 Kilometern Reichweite auch nicht zu kurz. Dazu macht dieser Wagen wirklich Spaß, erst recht ohne Motorengeräusch. Wobei, stimmt nicht ganz: Eine Spielerei hat sich BMW noch einfallen lassen. Wer nicht ganz ohne Sound auskommt, kann im Menü auf „sportlich“ schalten und bekommt akustisches Feedback bei jeder Beschleunigung, die auch jedem Science-Fiction-Fan gefallen dürfte. Du willst es selbst erleben? Bei FINN kannst Du den BMW iX3 ab 1.019 Euro direkt abonnieren!