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E-Auto: Tipps & Tricks für die Winterzeit

Was kann der Akku eines Elektroautos im Winter tatsächlich leisten? Bereits mit ein wenig Erfahrung lassen sich vermeintliche Probleme bei Reichweite und Ladezeit elegant umfahren. An Zuverlässigkeit stehen sie anderen Fahrzeugtypen jedenfalls in nichts nach

Lesedauer

5 min

Datum

03.02.2022

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Übersicht

Die gute Nachricht direkt vorne weg: Elektroautos sind absolut wintertauglich und stehen anderen Fahrzeug-Antriebsarten an Zuverlässigkeit in nichts nach. Ähnlich einem Auto mit Verbrennermotor gilt es, bei Autofahrten in der kalten Jahreszeit ein paar Dinge zu beachten. Bei E-Autos betrifft dies in erster Linie den Akku. Die Besonderheit bei den aufladbaren Batterien der E-Autos: während die Ladedauer an frostigen Tagen ansteigt, sinkt die Reichweite. Doch es gibt jedoch weitere Empfehlungen für einen Betrieb deines E-Autos im Winter. Genau deswegen haben wir ein paar grundlegende Tipps, Erfahrungen und Hacks zum Fahren mit Elektroautos im Winter zusammengestellt.


Beschäftigen wir uns zunächst mit einem der Hauptanliegen, bei Fragen rund um Elektrofahrzeuge im Winter. Die Reichweite betreffend kursieren im Netz viele Ungereimtheiten. Es wird vielfach von Problemen bei E-Autos mit sich zu schnell entleerenden Akkus berichtet, was in der Folge zu einer geringeren Kilometerleistung führen soll. Wahr ist, dass die Akku-Leistung von Elektroautos ab Temperaturen von 0 Grad zwischen 10 und 30 Prozent je nach Fahrzeug-Typ sinken und sich dementsprechend auch die Reichweite verkürzen kann. Bei älteren E-Autos wurden gar Reichweitenverluste von bis zu 50 Prozent bei Untersuchungen festgestellt.


Welchen Einfluss hat nun die Kälte auf den Akku eines E-Autos, und wo liegen letzten Endes in diesem Bereich die Unterschiede zu einem Verbrennermotor? Der Akkuverbrauch steht und fällt mit den elektrischen Verbrauchern im E-Auto. Dabei rückt im Winter die Heizung in den Mittelpunkt. Sorgt beim Verbrenner unter anderem die Abwärme des laufenden Motors für Wärme, die auch von der Heizung für den Innenraum mit genutzt wird, sieht die Lage beim Elektroauto ein wenig anders aus. Der Hintergrund: Elektromotoren produzieren keine Wärme. Um also eine muckelige Wärme im Fahrzeuginneren zu erhalten, muss diese zunächst produziert werden. 

Zuverlässiger Winterbetrieb

Sorgen, dass längere Staus für elektrische Fahrzeuge im Winter zu einem Problem werden könnten, erteilen Experten verschiedenster Automobilclubs in Europa eine klare Absage. Dem Szenario bei Minusgraden auf der Autobahn plötzlich stehenzubleiben oder gar die leider stromfressenden Heizungsfunktionen abschalten zu müssen, sind schlichtweg Humbug und gehören in den Bereich der Fabel. Der ADAC hat hier genauer hingesehen und getestet, wie lange Elektroautos bei eisigsten Temperaturen genügend Strompower haben, um ausreichend Wärme für die Insassen zu produzieren und sicherheitsrelevante Technik wie Scheinwerfer ausreichend mit Strom zu versorgen. Herausgekommen ist, dass bei Minusgraden bis -14 ein modernes Fahrzeug wie der Renault Zoe oder ein VW e-UP 17 respektive 15 Stunden mit genügend Strom versorgt werden könnten. Genügend Zeit also, um sich Gedanken an eine bitterkalten Nacht im Falle eines Autobahnstaus nicht machen zu müssen. 


Es lohnt sich nachhaltig, als Halter eines Elektroautos mit den Auswirkungen tiefer Temperaturen auf das E-Auto zu beschäftigen. Wer sich daheim an ein paar wenige Tipps hält, lernt den Auto-Akku zu schonen und sammelt zudem weitere Erfahrungen rund um die Verhaltensweisen eines elektrisch betriebenes Auto an kalten Tagen.


Die nachfolgenden Tipps für einen sorgenfreien Winter-Betrieb deines E-Autos sind allgemeingültig und unterscheiden sich tatsächlich nicht sonderlich von denen eines Autos mit Verbrennermotor. Schauen wir genauer hin. Als erster gut gemeinter Ratschlag gilt: Lass dein Fahrzeug beim Autohändler oder der Werkstatt deines Vertrauens für den Winter fit machen. Ein Termin ist schnell gemacht und erspart auf diese Art und Weise unnötige Probleme, kann zudem auch für die Sicherheit deines E-Autos relevant sein. 


Zur Grundausstattung eines Autos und einem sicheren Einsatz an frostigen und verschneiten Tagen gehören selbstredend auch bei Elektroautos Winterreifen. Zudem kann ein Satz Schneeketten bei der Fahrt in den Skiurlaub wertvolle Dienste leisten und ein Schlingern über verschneite Passstraßen verhindern. Klassische Dinge wie ein Eiskratzer, Spray zum Enteisen sowie eine warme Decke sollten in keinem Fahrzeug im Winter fehlen. Ein Antibeschlagtuch sorgt für zusätzliche klare Sicht und sollte somit zur Standard-Winterausrüstung zählen.

Gewusst wie!

Für sämtliche Fahrzeugtypen gilt im Winter: ab in die Garage, insofern möglich. Die wärmere Umgebung verkürzt unter anderem die Ladezeit deines Elektro-Boliden. Zudem wird ein stärkeres Abkühlen des Akkus vermieden.

Ein Tipp für alle Fans smarter Technologien. Per App lassen sich viele der aktuellen E-Auto-Modelle vorheizen, so einfach und effektiv kann es gehen. Dadurch, dass das Fahrzeug an der hauseigenen Ladestation steht, wird keine Akku-Leistung verbraucht und du steigst in ein angenehm gewärmtes Fahrzeug. Sicherlich einer der Top-Hacks für den Winterbetrieb eines E-Autos.

Im Gegensatz zur klassischen Heizung arbeiten die beiden alternativen Heizmethoden effizienter und sind somit eine weitere Empfehlung für den Betrieb eines E-Autos im Winter.

Der Sportmodus gehört mit zu den großen Energiefressern und sollte im Winter ausgeschaltet werden. Sich mit den einzelnen Modi eines E-Fahrzeuges zu beschäftigen, kann also lohnen. Viele Hersteller der neuen Stromfahrzeuge bieten mittlerweile den energiesparenden Modi in ihren Modellen an. 

Die momentan weniger verbreitete Wärmepumpe nutzt die abgebende Wärme des E-Auto-Akkus, um den Innenraum des Fahrzeuges zu erwärmen. Hier sorgt sie in Verbindung mit der normalen Heizung für angenehme Temperaturen. Ist die Wärmepumpe in deinem Elektroauto nicht bereits vorinstalliert, kann diese bei vielen E-Auto-Modellen optional nachgerüstet werden. 

Mal eben schnell ins Auto für eine Fahrt zum Bäcker ist auch bei Elektrofahrzeugen ein Energiefresser. 

Im Falle des E-Autos kühlen Batterie und Innenraum ab, beides muss jedes Mal wieder neu aufgeladen werden. 

Steht das Auto im Winter im Freien, sollte eine entsprechend längere Ladedauer einkalkuliert werden.